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Review of Agnes S. Arnórsdóttir: Property and virginity. The Christianization of Marriage in Medieval Iceland 1200–1600, Aarhus 2010.

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   Buchbesprechungen Mittelalter771 Agnes S. Arnórsdóttir  , Property and Virginity. The Christianization of Mar-riage in Medieval Iceland 1200–1600. Aarhus, Aarhus University Press2010. 533S.Die Christianisierung Skandinaviens war bereits Gegenstand zahlreicher Arbeiten, deren Fokus auf dem Zeitraum vom 10. bis zum 13.Jahrhundertlag, als sich die skandinavischen Königreiche mit christlichen Herrschernan ihrer Spitze auszubilden begannen. Auch wenn Island einen Sonderfalldarstellt, weil es bis zur Anerkennung des norwegischen Königs (1262/64)keine Monarchie war, stand diese Zeit dennoch im Zentrum der Forschun-gen zur Christianisierung der Atlantikinsel. Insofern ist es bemerkenswert,dass Agnes Arnórsdóttir in ihrer 2009 an der Universität Aarhus fertigge-stellten Dissertation über die Christianisierung der Ehe(schließung) in Is-land den Zeitraum 1200–1600 abdeckt.Die Vf.in stützt sich in ihrer Studie vor allem auf Rechtsvorschriften undauf zahlreich überlieferte Eheverträge (insgesamt 193 aus den Jahren1350–1600) und analysiert sie vornehmlich mit Blick auf rechtliche, ritu-elle und ökonomische Aspekte. Daraus ergibt sich eine Dreiteilung in der Darstellung, wobei eine thematisch-methodische Einleitung und ein knap- per Abriss der isländischen Geschichte und Quellen vorangestellt wurden.Die Vf.in zeichnet den Prozess der Internalisierung christlicher Ehevor-schriften und -vorstellungen nach, der nicht immer stringent verlaufen ist, betrachtet die Rechtsvorschriften und ihre Anwendung aber nicht losgelöstvon sozialhistorischen Entwicklungen. So kann sie überzeugend darlegen,dass die wichtigste Änderung, die sich an den Eheverträgen ablesen lässt,in einer Verschiebung der Protagonisten lag: Waren es im 14.Jahrhundertdie Brautväter und die zukünftigen Ehemänner, die – hauptsächlich besitz-wirtschaftlich motivierte – Eheverträge per Handschlag beschlossen, sosind ab dem 15.Jahrhundert die Eheleute selbst die Vertragspartner, ohnedass elterlicher Einfluss ganz außen vor bleibt. Diese Veränderung in der Praxis geht auf eine veränderte, christlich dominierte Auffassung der Ehezurück, die mit dem Einfluss kanonischer Texte auf isländische Rechtsvor-schriften vor allem im 12. und 13.Jahrhundert ihren Anfang nahm, undwirkte sich nicht zuletzt auch auf die Rolle der Frau in der isländischen Ge-sellschaft aus. Was die Vf.in nicht thematisiert, ist die Frage, wie den Is-ländern die christliche Auffassung der Ehe vermittelt wurde; das mag anden untersuchten Quellen liegen. Eine Möglichkeit der Vermittlung ist si-cherlich die Predigt, wie David d’Avray (Medieval Marriage: Symbolismand Society. Oxford 2005) eindrucksvoll gezeigt hat, und so hätte die Aus-wertung von Predigttexten vielleicht eine weitere Ebene erschlossen. Über-  772Historische Zeitschrift Band 293 (2011) haupt scheint die Einbettung in den europäischen Kontext etwas knapp ge-raten, lediglich vier Seiten (S.300–303) sind regionalen Differenzen der Heiratspraxis in Europa gewidmet. Leider ist auch das Englisch nicht im-mer sicher und steht zum Teil dem Verständnis im Weg. Das ist besonders bedauerlich, wenn es um terminologische Fragen geht. Diese wenigenSchwächen sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Vf.in eineumfangreiche und instruktive Darstellung der isländischen Heiratspraxisund des Christianisierungsprozesses in einem Teilbereich des sozialen Le- bens gelungen ist.Bayreuth  Dominik Waßenhoven Mary Beth Ingham / Oleg Bychkov (Eds.), John Duns Scotus, Philosopher.Proceedings of „The Quadruple Congress“ on John Duns Scotus. Part1. (Archa Verbi, Subsidia, 3.) Münster/St. Bonaventure, NY, Aschen-dorff/Franciscan Institute Publications 2010. IX, 277S., €58,–.Johannes Duns Scotus (1265–1308) muss als ein Denker gelten, der vor-rangig von Philosophen und Theologen erforscht wird, während er, andersals etwa Abaelard, Wilhelm von Ockham oder Thomas von Aquin, in der geschichtswissenschaftlichen Forschung kaum eine Rolle spielt. Dass die-ser Zustand bedauerlich ist, aber nicht ganz von ungefähr kommt, kann der zu besprechende Sammelband illustrieren, der das philosophische Werk des schottischen Franziskaners untersucht. Versammelt sind sechzehn Bei-träge der ersten von vier Tagungen zu Duns Scotus, die 2007 und 2008 inden USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland abgehalten wur-den. Einleitend beschäftigte man sich mit seinem philosophischen Denken,ohne dass in der knappen Einleitung recht deutlich wird, wie man die sco-tische Philosophie von der Theologie trennen könnte. Wie schwierig einesolche Trennung ist bzw. wie theologische Probleme immer wieder zu (immodernen Sinne) philosophischen Überlegungen Anlass gaben, vermögeninsbesondere drei Beiträge zu erhellen: S.F. Brown sucht nach franziskani-schen Quellen für die philosophischen Kommentare des Duns Scotus undverortet sie dabei in der Tradition der augustinischen Theologie, währender innovative Lösungen eher den Sentenzenkommentaren und den Quodli- beta zuschreibt; G. Pini widmet sich der bekannten Lehre der Univozitätdes Seins, die es, aus theologischen Erwägungen formuliert, dem Schottenerlaubt, jenseits des aristotelischen Rahmens eine Theorie zu formulieren,wie der Mensch im Diesseits metaphysische Erkenntnis vom Sein und denDingen erlangen kann; S.A. Hipp erweist die Inkarnation Christi als An-
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